„Olli Dick“, der Partner von „Stan Doof“, spielte Ukulele. Der Olli von heute spielt Kanzler.

„»Wir sind ein Land, in dem sich die allermeisten an Gesetze halten«, sagte er. »Wir halten vor roten Ampeln an. Wir achten die Verkehrsregeln. Nicht, weil uns überall gleich die Polizei kontrolliert. Sondern weil es zu unserer Natur gehört, dass wir uns an solche Regeln halten.«“

https://www.spiegel.de/politik/deutschland/olaf-scholz-bundeskanzler-will-keine-roten-linien-im-kampf-gegen-corona-a-57506b74-0458-4928-a579-a2ec588fa5d2

Vor einer roten Ampel zu halten, ist dem Menschen nicht in die Wiege gelegt. Ich erinnere mich noch daran, dass meine Mutter außer sich vor Angst war, weil ich als junges Grundschulkind, ohne nach rechts und links zu schauen über die Straße ging, um wohlbehalten auf der anderen Seite anzukommen.

Damals folgte ich meinem siebten Sinn. Zu diesem gehört auch die Fähigkeit der Wahrnehmung emotional geladener Projektionen. Also gewöhnte ich mir an, nach links und rechts zu schauen, bevor ich über die Straße ging. Nicht, weil ich Angst vor Autos hatte, sondern, weil die Ängste meiner Mutter mir lästig waren.

Was tat ich nicht alles, wenn ich spürte, dass ich beobachtet wurde. Und was tat und tue ich, wenn nicht? Das weiß nur ich allein.

Mein lieber Sch-Olli! Wenn du mir sagst, dass ich von einer Klippe springen soll, weil es angeblich in meiner Natur liegt, jede noch so bekloppte und mörderische Regel einzuhalten, weil du sie aufgestellt hast, beweise mir, dass du Recht hast, indem du vor mir gehst und springst. Ob ich dir folge? Natürlich nicht. Denn in meiner Natur liegt die Liebe und der Schutz des Lebens.

Du solltest lieber Ukulele spielen.

Jutta Riedel-Henck, 12.12.2021