Deinstedt, 18.11.2021

 

Sehr geehrter Herr Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier,


in der Anlage sende ich Ihnen mein am 16.11.2021 erschienenes Buch „Corona: Spielball der Schöpfung“.

Es unterscheidet sich grundlegend von allen bisher geschriebenen und veröffentlichten Werken zum Thema „Corona“ und stellt den Menschen, ausnahmslos jeden Menschen, unabhängig von seiner gesellschaftlichen Rolle und Position, in den Mittelpunkt unserer Gemeinschaft, um Begegnungen auf Augenhöhe die Türen zu öffnen und die feindselige Stimmung in unserem Land mit positiven, aufbauenden, klärenden Gedanken zu lösen, neue Wege aufzeigend für eine Zukunft, in der jeder Einzelne als unverzichtbares „Teil“ des Ganzen Anerkennung findet, in Würde und Liebe seine unersetzliche Individualität und Eigenart einzubringen, sich der Wertschätzung seiner Nächsten sicher zu sein.

Dabei geht es nicht um ein neues Konzept, welches den Menschen von außen übergestülpt wird, sondern um die Rückbesinnung auf unsere Herkunft, die Schöpfung, den Ursprung allen Lebens, um das aktuell so energisch gekämpft wird, um es zu erhalten.

Ich möchte dies an meinem persönlichen Beispiel erläutern:

Seit dem Frühjahr 2020, als die „Pandemie“ sich auszubreiten schien, empfand ich keine Furcht bezüglich einer möglichen Ansteckung mit dem Coronavirus SARS-CoV-2. Als hochempathischer Mensch spürte ich aber die Ängste meiner Mitmenschen, die in mir wirken, als wären es meine eigenen. Da waren jene, die an die große Gefahr des Virus glaubten und sich allen Maßnahmen fügten im Vertrauen daran, es würde ihnen helfen, gesund zu bleiben. Die Alarmstimmung als solche war nachvollziehbar. Es regnete insbesondere von den Medien verbreitete Informationen, die Gefahr ankündigten, also wurde gehandelt gemäß der damals aktuellen Kenntnislage.

Die Regierung sah sich in der Verantwortung. Zum einen sollte möglichst alles getan werden, um keine Massenpanik auszulösen. Dann sollte ein Mittel gefunden werden, welches die Menschen vor dem lebensgefährlichen Virus schützt bzw. ihr Immunsystem bewaffnen lässt, um den Feind rechtzeitig zum Erliegen zu bringen: Die Impfung.

Ich habe nie daran gedacht, mich impfen zu lassen, gehöre also zu den Ungeimpften und würde nach den Worten des Vorstandsvorsitzenden des Weltärztebundes Frank Ulrich Montgomery zur Gruppe der Tyrannen zählen (er sprach in der ARD-Fernsehsendung „Anne Will“ am 8.11.2021 von der „Tyrannei der Ungeimpften“).

Sie, Herr Steinmeier, stellten laut Presseinformationen bei der Eröffnung des „Zwölften Forum Bellevue“ jüngst die Frage: „Wer jetzt immer noch zögert, sich impfen zu lassen, den will ich heute ganz direkt fragen: Was muss eigentlich noch geschehen, um Sie zu überzeugen?“

Ich bin mir nicht sicher, ob dies eine echte, offene Frage war, ebenso offen für Antworten, mit denen Sie nicht gerechnet haben, zumal Ihre Rede in dem Appell mündete, sich impfen zu lassen. Die Kunst der Rhetorik ist Ihnen sicher vertraut.

Für andere kann ich nicht antworten, wohl aber für mich: Ich habe mich seit Beginn dieser „Corona-Krise“ intensiv mit der gesamten Problematik beschäftigt, fortgebildet, diverse verschiedene Sichtweisen auf mich wirken lassen, um mir heute sicherer denn je zu sein, die richtige Entscheidung getroffen zu haben und daran festzuhalten.

Ich akzeptiere, dass Sie von Ihrem Glauben überzeugt sind, den Sie in Ihren öffentlichen Reden kundtun. Ich befürworte aber nicht, wenn jemand seinen Glauben auf andere zu übertragen sucht mit Mitteln der Rhetorik, die den so Angesprochenen in eine Lage versetzen, sich für dumm, asozial und ungebildet zu halten.

Sie sind auch nur ein Mensch. Einer von unendlich vielen Menschen auf dieser Welt. Und bis heute habe ich mir meine Meinung immer selbst gebildet, mit mir selbst abgestimmt, insbesondere meiner inneren, innersten Stimme, die mir stets ein wohlwollender Wegweiser war und ist.

D. h. ich lasse mich von niemand überzeugen. Was für mich richtig ist, kann nur ich selbst entscheiden und verantworten. Vielleicht ähnelt eine meiner vielen Entscheidungen rein äußerlich einer Entscheidung eines anderen. Dennoch ist jede einzelne Entscheidung nur ein winziger Ausschnitt meines eigenen Ganzen, meines eigenen Systems.

Jedes Individuum ist einzigartig! Und damit auch jedes Immunsystem. Wir alle sind lebenslang Lernende. Entsprechend nehme ich mir das Recht, selbst zu entscheiden, wann ich was tue bzw. nicht. Denn niemand kennt mich, mein System, mein Immunsystem so gut wie ich selbst. Ich höre auf mich selbst, nicht auf andere.

Und damit projiziere ich auch die Verantwortung für mich nicht auf andere, d. h. auch nicht auf Sie.

Ich trage meine Lasten durch mich selbst aus. Alles andere wäre ohnehin nicht möglich. Wer also glaubt, Sie und wer auch immer könnten für andere entscheiden, Verantwortung tragen, der sitzt einer Täuschung auf.

Was für den einen falsch ist, kann für einen anderen richtig sein. Was für Sie jetzt richtig ist, kann für Sie morgen falsch sein. Und so weiter …

Für mich stellt sich bei alledem die Frage: Wie wohl fühlt der Mensch sich mit dem, was er tut, sagt, denkt? Ist er dabei in harmonischem Einklang mit seinem Gewissen? Wenn nicht, fügt er sich selbst Schaden zu. Und das wünsche ich niemand. Aber auch dazu hat ein jeder die Freiheit.

Was kann der Mensch also für andere Menschen tun? Auch und gerade dann, wenn er ein öffentliches Amt bekleidet?

Nicht mehr und nicht weniger als ein Vorbild sein durch sein eigenes Leben und Wirken.

Wenn Sie für sich mit ganzem Herzen und nach bestem Wissen im Einklang mit Ihrem Gewissen die Impfung als für Sie sicher, hilfreich, lebensfördernd empfinden und annehmen, durchführen lassen, strahlen Sie dies unmittelbar aus durch Ihr Sein, in Ihrem Auftreten, in jedem Ihrer Worte. Was gäbe es da zu zweifeln? Auch und gerade für jene, die Ihnen begegnen, die Sie reden hören? Sie wären nicht nur glaub-, sondern zutiefst vertrauenswürdig.

Lieber Herr Steinmeier, ich wünsche nicht nur Ihnen, sondern all jenen, die in der aktuellen und nächsten Regierung dem Wohle aller dienen, sich zunächst dem eigenen Wohl zu widmen, aufrichtig und liebevoll mit sich selbst ins Gespräch zu kommen, sich der eigenen Seele und damit zugleich der Seele des Volkes zu widmen, die das Gegenteil von dumm, taub, verblödet und krank ist und keiner missionarischen Überzeugungsarbeit bedarf, um zu sein, was sie ist und schon immer war: Wundervoll herzlich und reich an unendlicher Weisheit, wofür es keiner großen Worte und Werke bedarf.


Alles Gute und herzliche Grüße

Jutta Riedel-Henck

 

 

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